Abwicklung des Arbeitsverhältnisses nach Ausspruch einer Kündigung

Auch wenn die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht angegriffen wird, endet es zunächst formell mit Ablauf der vom Arbeitgeber gesetzten Frist am Ablauf des letzten Fristtages, bei fristloser Kündigung mit Ablauf des Tages des Zuganges der Kündigung. Bis dahin ist in der Regel das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß abzurechnen. Ob und in welcher Höhe Urlaubsabgeltungsansprüche bestehen und Urlaub abzurechnen ist, wird auch vom Verlauf des evtl. Prozesses und einer Einigung über Freistellung etc. abhängig sein. Der Arbeitnehmer ist jedenfalls zunächst bei Sozialversicherungsträgern etc. abzumelden, wenn keine Prozessbeschäftigung erfolgt.

 

Bei Geltung von Verfallfristen müssen alle eventuellen Ansprüche zeitnah vorsorglich geltend gemacht werden.

 

Der Arbeitnehmer sollte sich unmittelbar nach Ausspruch der Kündigung vorsorglich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden, Arbeitslosengeld beantragen etc. und vorsorglich Widerspruch gegen Bescheide einlegen, die eine Anrechnung etwaiger Abfindungen vorsehen oder ihm Sperrzeiten und Ruhenszeiten beim Arbeitslosengeld auferlegen. Die Hintergründe und die Erfolgsaussichten der Rechtsmittel sollten mit dem Anwalt beraten werden.

 

Bei Krankengeldbezug und Arbeitsunfähigkeit gilt folgendes:

Krankengeld von einer gesetzlichen Krankenversicherung kann nur für max. 18 Monate bezogen werden. Die weitere Arbeitsunfähigkeit ist dem Arbeitgeber jedoch auch während des Krankengeldbezuges jeweils rechtzeitig mitzuteilen und soweit ärztlicherseits erhalten, durch entsprechende Bescheinigungen zu belegen. Die dafür vorgesehene Bescheinigung ist ebenfalls der Krankenkasse zu übergeben.

 

Im Übrigen kann jeder Arbeitnehmer nach Ablauf der Kündigungsfrist auch eine neue Tätigkeit aufnehmen. Dies braucht dem alten Arbeitgeber auch im Laufe des Kündigungsschutzverfahrens nicht angezeigt werden. Das Kündigungsschutzverfahren wird schlicht fortgeführt. Hat der Arbeitnehmer das Kündigungsschutzverfahren gewonnen, kann er kündigen und braucht die Arbeit nicht mehr aufnehmen. Auch kann ggf. ein Auflösungsantrag mit Abfindungsbegehren gestellt werden. Die genauen Voraussetzungen müssen dann mit dem Anwalt ggf. besprochen werden. 

 

Wird anderweitiger Verdienst erzielt, ist dieser ggf. teilweise anzurechnen. Auch hier sollten die Details genauso wie bei einem eventuellen Wettbewerbsverbot dann mit dem Rechtsanwalt besprochen werden.